SGA Pioniere

Pionierhandwerk von der Pike auf lernen

BOGEN, Februar 2021: Sie Sprengen, sie Sperren und sie überwinden Gewässer. Die Pioniere des Deutschen Heeres bilden ein sehr breites Fähigkeits- und Aufgabenspektrum zur Unterstützung der Kampftruppe ab. In Bogen erlangen aktuell Soldaten des nichtaktiven Pionierbataillon 905, sowie einige aktive Kameraden des Gebirgspionierbataillon 8 aus Ingolstadt und dem Panzerpionierbataillon 701 aus Gera die grundlegenden Befähigungen des Pionierwesens.

„Leitender, hier Sicherheitsoffizier kommen!“ Der Spieß, Stabsfeldwebel Massimo, steht außerhalb des Gefahrenbereichs und hat die Verpflegung für die Kameradinnen und Kameraden dabei. Eine kleine Pause und eine heiße Suppe müssen reichen, um der eisigen Kälte und dem schneidenden Wind zu trotzen. Drei kurze, laute Töne schallen den Hang hinab. Sprengsignal 3 wurde gegeben und es herrscht nun Sicherheit. „Heute können die Lehrgangsteilnehmer im scharfen Sprengdurchgang das gelernte Wissen in die Praxis umsetzen.“, so der Leitende des Sprengens Leutnant Hinderberger. „Insgesamt wird es über 120-mal detonieren – TNT und PETN werden zur Umsetzung gebracht“, berichtet der junge Offizier. Es ist das erste Gewöhnungssprengen, dass er leiten darf. Auf allen Ebenen wird also gelernt und der Erfahrungsschatz erweitert.

Bis in die Nacht hinein hallt immer wieder ein Detonationsknall durch den Bayerischen Wald. Dazwischen ist es sehr still. So still, dass die Stimmen der Soldatinnen und Soldaten von einem Bunker zum anderen wahrzunehmen sind.

Sichtlich erschöpft ist der erfahrene Stabsfeldwebel Bös. Ein Soldat des alten Schlages. Den ganzen Tag hat er zusammen mit den sichtlich angespannten und nervösen, angehenden Pionieren in der Sprenggrube verbracht. Unter der strengen Aufsicht bringen die lernenden Soldatinnen und Soldaten die Sprengladung an und zünden diese. „Wer ein Pionier sein will, muss sich an den nahen Detonationsknall und die Druckwelle erst einmal gewöhnen. Da zittern beim ersten Mal ganz schön die Hände beim Fertigstellen der Ladung.“, so der Stabsfeldwebel, während der nächste Knall den Bunker zum Beben bringt.

Überwinden von Gewässern. Die Donau ist für die Pioniere kein Hindernis.

Ein neuer Tag an einem anderen Ort. Tauwasser hat die Pegel der Donau bis auf Warnstufe 3 ansteigen lassen. Selbst im sonst ruhig liegenden Seitenarm am Pionierwasserplatz herrscht nun eine moderate Strömung. Bauholz und Sturmboote stehen bereit. Doch bevor es auf das Wasser geht, müssen Knoten und Bunde, sowie Arbeiten mit dem Holz gelernt werden. „Aufgewachsen auf dem Wasser“ führt Stabsfeldwebel Kurrat die Ausbildung durch. Kurz und prägnant sind seine Befehle. Ein sehr positives Resümee kann er dabei ziehen: „Die Soldatinnen und Soldaten sind hochmotiviert und voll bei der Sache. Man merkt ihnen an, dass es Spaß macht.“ Und dass trotz eisiger Temperaturen bei deutlich unter null Grad Celsius.

Es wird verzurrt, geknotet und Sturmboote zu Wasser gelassen. Stangenflöße, Schlauchbootfähren und andere Mittel zur Gewässerüberwindung werden hergestellt. „Obacht, dass keiner ins Wasser fällt!“ - der Kompaniechef Hauptmann Monnier macht sich vor Ort ein Bild von der Ausbildung. „Ich bin wirklich stolz darauf, was hier alles auf die Beine gestellt wird. Die Ausbilder - außerhalb der Reservedienstleistung in den verschiedensten zivilen Berufen tätig - sind sehr gut vorbereitet und lassen viele Erfahrungen aus der eigenen aktiven Dienstzeit in die Ausbildung mit einfließen.“

Die Hälfte ist geschafft. In den ersten beiden Februarwochen wurde gesprengt, mit Stacheldraht und Holz gesperrt, die Donau auf verschiedenste Arten überwunden und Grundzüge der Inneren Führung im Unterricht vermittelt. Doch die nächsten beiden Wochen werden den wissbegierigen Soldatinnen und Soldaten noch einmal alles abverlangen. Ausbildung von früh bis spät. Jetzt jedoch bei deutlich milderen Temperaturen.

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