Bauvorhaben Schwabstadl

Reservisten errichten Stellungssystem für die Luftwaffe auf dem Standortübungsplatz Lechfeld-Schwabstadl

SCHWABSTADL, Juli 2021: Die Reservisten des Pionierbataillon 905 haben im Auftrag der technischen Schule der Luftwaffe auf dem Standortübungsplatz in Lechfeld-Schwabstadl ein Stellungssystem mit mehreren Kampfständen und einer Ausdehnung von knapp 100 Metern für internationale Schießwettbewerbe errichtet und das Bauvorhaben in einem Bautagebuch festgehalten.

Knapp 30 Soldatinnen und Soldaten des Ingolstädter Pionierbataillon 905 sowie ein Kamerad des Gebirgspionierbataillon 8 haben vom 01. bis 11. Juli 2021 mit pioniertechnischem Gerät ein Stellungssystem mit insgesamt vier Kampfständen aus Betonbunkern (Wachbunker aus einer ehemaligen US-Liegenschaft) sowie drei weiteren Handgranaten-Kampfständen errichtet. Für die mehr als 80 laufenden Metern zum großen Teil überdeckten Laufgräben wurden 14 Kipper je 7 Tonnen Kies herangefahren und unzählige Kubikmeter Erdreich mit dem Bagger ausgehoben. Zusätzlich wurde ein 25m² großer, drei Meter hoher Gruppenraum vollständig in die Erde eingelassen.

Bautagebuch

Tag 1: Donnerstag, 01.07.2021

Die für das Bauvorhaben eingeteilten Soldatinnen und Soldaten verlegten von der Kaserne in Ingolstadt in die etwa 110 Kilometer entfernte Lechfeldkaserne. Dort wurden die Unterkünfte bezogen und die östlich der Kaserne und nordwestlich von Scheuering gelegene Baustelle besichtigt und vorbereitet. Das Baukommando wurde in die jeweiligen Aufgaben- und Arbeitsbereiche für Holz-, Metall- sowie Erdreicharbeiten eingeteilt.

Tag 2: Freitag, 02.07.2021

Pünktlich um 06:45 begannen die Soldaten für Holzarbeiten mit dem Abbinden der für die Rahmen angelieferten Bauhölzer. Diese mussten auf eine Länge von 1,0 sowie 2,2 Metern zu jeweils 160 Stück zugeschnitten werden. Im weiteren Arbeitsverlauf wurden die zugesägten Hölzer mittel Metallwinkel zu insgesamt 80 Rahmen verbunden, die im späteren Bauverlauf als Tragwerk für die Laufgräben dienen sollten. Für den Bau des Gruppensammelraums (GSR) wurden weitere 30x30cm starke Holzbalken miteinander verbunden.

Parallel zu den Holzarbeiten wurden Schachtarbeiten mit dem Bagger aufgenommen und die ersten 26 Meter des Laufgrabens zu den Stellungen 1 bis 4 ausgehoben. Um 19:00 Uhr wurde der Baubetrieb eingestellt.

Tag 3: Samstag, 03.07.2021

Erneut begannen die Bauarbeiten in der Früh um 06:45 Uhr auf der Baustelle Schwabstadl. Im Rahmen der Holzbearbeitung wurden weitere Stützbalken zugeschnitten und in das Grundgerüst des GSR eingesetzt. Dadurch entstand eine stabile Fachwerkwand.

Für den Einsatz im Grabensystem wurden die vorbereiteten Holzrahmen mit Teer versiegelt. Der nun vollständig zu den ersten vier Stellungen führende ausgehobene Laufgraben wurde mit einer Rüttelplatte verdichtet. Zur seitlichen Stabilisierung wurden im Abstand von einem Meter die ersten Holzrahmen eingelassen. Bauende für diesen Tag war um 18:00 Uhr erreicht.

Tag 4: Sonntag, 04.07.2021

Wieder um 06:45 Uhr begann der Baulärm auf der Baustelle. Weitere Teile des Fachwerks für den GSR wurden eingesetzt. Die im Laufgraben eingebrachten Holzrahmen wurden mit Wellblechen, die für den Laufgraben die Stützwand bilden, versehen. Nachdem alle Zugänge zu den Stellungen 1 bis 4 ausgehoben wurden, konnten die erste und vierte Stellung, die die Flanken des Stellungssystems bildeten, ausgehoben werden.

Daneben wurde der erste Teil des Laufgrabens zu den in nordöstlicher Richtung ausgerichteten Handgranatenwurfständen sowie zum GSR ausgehoben. Nach Baustopp um 13:00 Uhr wurde eine historische Weiterbildung durchgeführt.

Tag 5: Montag, 05.07.2021

Wie gewohnt um 06:45 Uhr Arbeitsbeginn. Es wurden die für den GSR vorgesehene Erdgrube sowie zwei Gräben zu den Stellungen 2 und 3 mittels Bagger ausgehoben. Zeitgleich wurden in den Laufgräben der Stellungen 1 und 4 die Holzrahmen mit Wellblechen verkleidet und diese mit Kies und Erde aufgeschüttet.

Der Hauptlaufgraben wurde zu den Stellungen 5 bis 7 in nordöstlicher Richtung weiter ausgehoben, verdichtet und mit Holzrahmen verstärkt. Zur Dienstaufsicht für die 10. Panzerdivision machte sich General Keller ein Bild von der im vollen Gange befindlichen Baustelle des Stellungssystems. Eine Beförderung sowie Ehrung von Soldaten bildeten einen würdevollen und feierlichen Bauabschluss um 18:00 Uhr.

Tag 6: Dienstag, 06.07.2021

Ausschlafen für die Baukräfte. Um eine Stunde nach hinten verschoben wurden die Baumaßnahmen um 07:45 Uhr aufgenommen. In den ersten vier Stellungen wurden abschließend alle Seitenverkleidungen angebracht und mit Kies und Erdreich hinterfüllt. Im Zickzack verlaufend wurden die Laufgräben zu den Stellungen 5 bis 7 bis zur Grube des GSR ausgebaut.

Ein gerade verlaufendes Stellungssystem würde dem eindringenden Feind ein ungewolltes Durchschießen des gesamten Stellungssystems ermöglichen.

Bis zum Bauende des Tages um 17:00 Uhr wurden noch die Baugrubensohle des GSR verdichtet und mit einzelnen Fundamenten für die Fachwerkband ausgestattet.

Tag 7: Mittwoch, 07.07.2021

Ein langer und anstrengender Bautag, der bis 22:00 Uhr in den Nachtstunden andauern sollte, begann für die Soldatinnen und Soldaten um 06:45 Uhr mit dem Zerlegen der Fachwerkkonstruktion des GSR für den Transport zur Baustelle in Einzelteilen. Dort wurde dieser größtenteils wiederaufgebaut.

In den Stellungen 1 bis 4 wurden die Gruben noch einmal vergrößert und die Sohle verdichtet. Mit einem Kran wurden die Betonunterstände der ehemaligen amerikanischen Sondermunitionsniederlassung auf die vorbereitete Aushubsohle gesetzt und die Zugänge zu diesen mit Holzrahmen versehen und verkleidet.

Tag 8: Donnerstag, 08.07.2021

Erneut wurden um 06:45 Uhr die Arbeiten am Stellungssystem wieder aufgenommen. Der Bodengrund des GSR wurde mit Kies verfüllt in einem Kunstoffgitter aufgefüllt und verdichtet. Das zuvor zerlegte Fachwerkgerüst wurde vollständig in der Grube zusammengesetzt und die Wände mit Wellbleck verkleidet. Nach erfolgter Fixierung der Stütz- und Deckenbalken wurde die Dachkonstruktion aufgebracht.

Weitere Rahmen wurden bis 19:00 Uhr in die Laufgräben eingesetzt, mit Wellblechen verkleidet und mit Baumaterial aufgeschüttet.

Tag 9: Freitag, 09.07.2021

Im Doppelrahmenbauprinzip wurden ab 06:45 Uhr weitere Teile des Grabensystems ausgebaut und alle Rahmen der Laufgräben bis zur Decke abschließend mit Wellblechen verkleidet und weiter aufgefüllt. Im GSR wurden zwei Luftzirkulationssysteme eingebaut, die eine stetige Frischluftzufuhr gewährleisten sollen. Anschließend wurde der gesamte GSR mit Erde zugedeckt und unter Tage gebracht.

Die Bauarbeiten am GSR und den Gräben zogen sich wieder weit in die Abendstunden bis 22:00 Uhr hin.

Tag 10: Samstag, 10.07.2021

Endspurt auf der Baustelle. Um 06:45 Uhr werden die abschließenden Baumaßnahmen am GSR sowie den Laufgräben durchgeführt. Die Handgranatenwurfstände wurden für ihren Einsatzzweck optimiert und dafür die vorderen Schutzwände abgeschnitten. Bis 19:00 Uhr wurden alle Teile des Stellungssystems weitgehend von oben versiegelt und mit Erde verschüttet.

Tag 11: Sonntag, 11.07.2021

Wie gewohnt startete der letzte Bautag um 06:45 Uhr. Noch sichtbare Teile des Stellungssystems wurden mit Erde abgedeckt und die letzten Stollenrahmen gesetzt. Mit Abschluss der Arbeiten an der siebten und zugleich letzten Stellung wurde das gesamte System durch den Bauleiter begangen und abgenommen.

Bis 19:00 Uhr wurden intensiv die Nachbereitungen des Baumaterials vorgenommen und das Bauvorhaben weitgehend abgeschlossen.

von Camilla Schindler

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